Süddeutschland: Wasserstände auf Rotalarm
Süddeutschland steht vor einer ernsten Wasserkrise: Das neue digitale System NIWIS zeigt alarmierende Werte für Flüsse, Seen und Grundwasser. Besonders im Süden dominieren die Warnfarben Orange und Rot – ein klares Zeichen für extrem niedrige Pegelstände.
Nach Angaben des Bundesumweltministeriums hat Deutschland in den letzten 25 Jahren rund 60 Milliarden Kubikmeter Wasser verloren – so viel wie die Gesamtmenge der großen Seen Bodensee, Starnberger See, Chiemsee, Ammersee und Müritz zusammen.
Die Folgen sind gravierend: Schifffahrt wird eingeschränkt, Energie- und Industrieanlagen leiden unter Kühlproblemen, landwirtschaftliche Erträge sinken und die Gefahr von Waldbränden steigt. Auch die Trinkwasserversorgung gerät zunehmend unter Druck.
Experten betonen, dass kurzfristige Maßnahmen wie Rasenbewässerungsverbote nicht ausreichen. Dauerhafte Lösungen liegen in der Stärkung natürlicher Infrastrukturen – Moore, Wälder und Überschwemmungsflächen müssen besser geschützt werden. Mit dem neuen Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur will die Bundesregierung diese Flächen künftig als „überragendes öffentliches Interesse“ einstufen.