Rückgang gefälschter Euro-Banknoten in Deutschland – deutlicher Anstieg bei 100-Euro-Scheinen
Die Zahl der in Deutschland sichergestellten gefälschten Euro-Banknoten ist im ersten Halbjahr 2026 zurückgegangen. Laut Bundesbank wurden rund 30.000 falsche Scheine aus dem Verkehr gezogen. Besonders auffällig ist jedoch der starke Anstieg bei den 100-Euro-Banknoten, deren Fälschungen um 61 Prozent zunahmen.
Weniger Fälschungen insgesamt
Im ersten Halbjahr 2025 waren noch 36.610 gefälschte Banknoten entdeckt worden, im zweiten Halbjahr 31.353. Damit setzte sich der rückläufige Trend fort, der bereits 2025 erstmals auf Jahresbasis zu beobachten war. Statistisch gesehen entfallen in Deutschland pro Jahr auf 10.000 Einwohner nur sieben gefälschte Banknoten, was das Risiko für den Einzelnen vergleichsweise gering macht.
Schaden von 1,75 Millionen Euro
Trotz des Rückgangs gelang es Kriminellen, Falschgeld in Umlauf zu bringen. Der finanzielle Schaden belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 1,75 Millionen Euro.
Fokus auf 20- und 50-Euro-Scheine
Da viele Geschäfte 100- und 200-Euro-Scheine ablehnen oder streng prüfen, konzentrieren sich Fälscher vor allem auf 20- und 50-Euro-Banknoten. Diese wechseln im Alltag häufig den Besitzer und werden nicht immer sorgfältig kontrolliert. Mit einem Anteil von 47 Prozent lagen die 50-Euro-Scheine an der Spitze, gefolgt von den 20-Euro-Scheinen mit rund einem Viertel.
Neue Euro-Serie geplant
Um Fälschungen künftig zu erschweren, arbeitet die Europäische Zentralbank an einer neuen Banknotenserie. Bürgerinnen und Bürger können bis zum 21. September online ihre Meinung zu den geplanten Designs abgeben. Die Einführung neuer Scheine wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Falschgeld bleibt wertlos
Wer eine gefälschte Banknote erhält, bleibt auf dem Schaden sitzen – eine Erstattung gibt es nicht. Die Weitergabe von Falschgeld ist strafbar und kann mit bis zu fünf Jahren Haft oder Geldstrafe geahndet werden.
Anstieg bei Münzfälschungen
Neben den Banknoten stieg auch die Zahl der gefälschten Münzen wieder an. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 64.900 falsche Euro-Münzen entdeckt, überwiegend 2-Euro-Stücke. Das entspricht einem Anstieg von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorhalbjahr.