Berlin zieht Olympia-Bewerbung zurück
Berlin – Die Hauptstadt hat ihre Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele offiziell zurückgezogen. Damit bleiben im Rennen um die deutsche Kandidatur nur noch München und die Region Köln-Rhein-Ruhr.
Die Entscheidung fiel nach den Berliner Abgeordnetenhauswahlen, bei denen die bisherige CDU-SPD-Regierung ihre Mehrheit verlor. Die neue politische Konstellation mit der Linken und den Grünen lehnt das Olympia-Projekt ab. Spitzenkandidatin Elif Eralp erklärte, die hohen Kosten seien für Berlin nicht tragbar und sollten besser in dringend benötigte soziale Bereiche investiert werden.
Auch die Bewertung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) schwächte Berlins Chancen. Während München 87 Punkte und Köln-Rhein-Ruhr 85 Punkte erhielten, kam Berlin nur auf 74,6 Punkte. Das Projekt „Berlin+“, das eine Zusammenarbeit mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern vorsah, bleibt damit ohne Aussicht auf Umsetzung.
Die CDU kritisierte den Rückzug scharf. Spitzenkandidat Stefan Evers sprach von einem „schweren Schaden“ für die Stadt und verwies auf mögliche Milliardeninvestitionen in Sportstätten und Infrastruktur, die nun verloren gingen.
Mit der offiziellen Erklärung am 24. September bestätigte Berlin den Ausstieg. Der DOSB wird nun zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr entscheiden, welche Stadt Deutschland bei den Sommerspielen 2036, 2040 oder 2044 vertreten soll.