Mehr als die Hälfte der Asylsuchenden an deutschen Grenzen zurückgewiesen
Berlin. In der ersten Jahreshälfte 2026 wurden an den deutschen Landgrenzen 1.024 Asylsuchende registriert – davon 514 zurückgewiesen. Laut Bundespolizei sank die Zahl der Asylanträge im Vergleich zum Vorjahr um rund 35 Prozent.
Die Rückweisungen sind Teil der verschärften Grenzkontrollen, die Innenminister Alexander Dobrindt seit Mai 2025 angeordnet hat. Nur besonders schutzbedürftige Personen wie Schwangere, Minderjährige oder Kranke sind von der Maßnahme ausgenommen.
Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten rund 20.000 unerlaubte Einreisen festgestellt, doch nur etwa fünf Prozent der Betroffenen stellten einen Asylantrag. Auch an Flughäfen gab es rund 4.500 Fälle von unerlaubter Einreise.
Ein Viertel der registrierten Asylsuchenden wies eine Eurodac-Übereinstimmung auf – ein Hinweis darauf, dass sie bereits in einem anderen EU-Staat einen Antrag gestellt oder erfasst wurden.
Die Linkspartei kritisierte die Praxis scharf und sprach von einer Einschränkung des Grundrechts auf Asyl.